Tutorial "digitaler Grauverlauf" - Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Für Leute ohne Cokin Grauverlaufsfilter zur nachträglichen Bearbeitung

Dieses Tutorial stellt nur ganz simpel ein mächtiges Werkzeug dar, welches man u.a. zum Belichtungsausgleich verwenden kann. Der gebräuchlichste und anschaulichste Weg ist wohl die Simulation eines Grauverlaufsfilters wie ihn z.B. das Cokin Filter System bietet.

Ziel des Ganzen ist es ein gleichmäßig belichtetes Bild zu erhalten. Bei Landschaftsaufnahmen steht man oft vor dem Problem, dass der Himmel im Gegensatz zur Landschaft viel zu hell ist und entweder die Landschaft unterbelichtet oder der Himmel überbelichtet wird. Durch einen Grauverlaufsfilter wird der Himmel abgedunkelt, so das dieser nicht mehr im Vergleich zur Landschaft überbelichet. Hat man keinen Grauverlaufsfilter, den man schon beim Fotografieren vor dem Objektiv hat, kann man das nachträglich oft noch durch EBV korrigieren.

Voraussetzung ist aber, dass genügend Details im Himmel oder in der Landschaft vorhanden sind. Soll heißen: keine überstrahlten und ausgebrannten Wolken oder in den Tiefen abgesoffene Details der Landschaft.... hier wäre ein richtiger Filter angebracht gewesen. Für alle anderen weniger extremen Fälle ist die EBV Lösung durchaus eine Alternative.

 

 

<- vorher

Mein Ausgangsbild (mit Polfilter fotografiert):

So kam es aus der Kamera...
in diesem Fall automatische Belichtung....
der Himmel ist richtig belichtet - keine überstrahlten Wolken. Das Feld ist unterbelichet.Allgemein könnte das ganze Bild etwas mehr Kontrast vertragen.

Es ist ein recht harmloses Beispiel da die Helligkeitsunterschiede nicht sehr stark sind...aber zu Veranschaulichung ist es ganz gut geeignet.

Ziel des Ganzen ist es jetzt das Feld aufzuhellen ohne den Himmel zu beeinflussen, und damit ein ausgewogen belichtetes Bild zu bekommen.

nachher ->

Am Ende sollte ein Bild wie hier auf der rechten seite herauskommmen. Durchgehend ordentlich belichtet.

 

01

Als erstes muß von dem Bild eine Kopie erstellt werden.
Dafür einfach die Ebene mit der linken Maustaste greifen und auf das kleine Symbol unten ziehen.

 

02

so sieht es es dann aus.
die kopierte Ebene liegt über der originalen.
"Hintergrund Kopie" wird die dunkle Ebene bleiben in der der Himmel richtig belichtet ist.
Die andere wird aufgehellt.

 

03

Da mir der Kontrast im Himmel noch nicht ganz gefällt erhöhe ich ihn. Damit wäre die grobe Bearbeitung dieser Ebene beendet und ich kann mich dem Feld zuwenden.

 

 


 

04

Damit ich die Ebene darunter auch sehen und bearbeiten kann mache ich die Ebene "Hintergrund Kopie" unsichtbar. Dazu einfach auf das kleine Auge links neben dem Vorschaubild klicken und es verschwindet. Die Ebene ist jetzt unsichtbar aber noch aktiv. Um den "Hintergrund" zu bearbeiten muß dieser aktiviert werden...also einfach mit der linken Maustaste anklicken

------>
das Bild zeigt die unsichtbare aber noch aktive Ebene "Hintergrund Kopie"

 

05

Bei dieser Ebene muß ich jetzt Helligkeit und Kontrast erhöhen
bis mir das Feld ausgewogen genug erscheint. Hier sieht man dann auch deutlich die überstrahlten Bereiche im Himmel. So ähnlich hätte es vielleicht ausgesehen, hätte die Kamera auf das Feld belichtet.

 

 

06

spätestens jetzt benenne ich die Ebenen, der Übersicht wegen, um.
Dazu einfach einen Doppelklick auf die Beschriftung tätigen und neuen Namen eingeben.

Hier ist auch wieder die Ebene "Dunkel" - vormals "Hintergrund Kopie" genannt -
sichtbar gemacht und aktiviert worden. Auf dieser Ebene wird jetzt weitergearbeitet.

 

07

Erstellung einer Maske.
Eine ganz wesentliche Funktion und auch ganz einfach - wenn man das Prinzip erstmal verstanden hat.

Die Ebene "Dunkel" ist ja die aktive Ebene..und um eine Maske zu erstellen muß man einfach unten auf das Symbol klicken. Danach erscheint dann ein weißes Blatt neben der Bildvorschau.
(Die Büroklammer zeigt nur an das diese Maske jede Bewegung der Ebene mitmacht).
Der schwarze Rand um die Maske deutet an, dass diese auch aktiv ist.
Alles was jetzt bearbeitet wird, betrifft also nur die Maske..nicht das Bild in der Ebene.

Masken funktionieren so, dass sie alle schwarzen Bereiche in ihr durchscheinen ...und alle weißen nicht. Deshalb sieht man auch noch garkeinen Effekt..da ja die Maske vollständig mit Weiß gefüllt ist.

 

08

Jetzt wird der Verlauf gewählt, der auf der Maske angewendet wird.
Dazu einfach in dem Menü das Verlaufswerkzeug auswählen. Es teilt sich den Platz mit dem Füllwerkzeug. Also nicht schwer zu finden.

Die Vordergrundfarbe sollte jetzt schwarz eingestellt sein...die Hintergrundfarbe weiß.
Das passiert eigentlich automatisch wenn man eine Maske erstellt.

--------------
Erklärung:
Die Maske wird übrigens nur mit Graustufen gefüllt...die unterschiedliche Transparenzen darstellen
Schwarz = 100% durchsichtig
Weiß = 100% undurchsichtig
alles dazwischen entsprechend stark transparent. d.h. 50% Grau entspricht 50% transparenz

 

09

Nachdem also das Verlaufswerkzeug aktiviert wurde erscheint oben das dazugehörige Menü.
Hier wird der gerade Verlauf ausgewählt

--------------
.
(die anderen Verläufe machen ersteinmal keinen sinn,
da in meinem Beispiel ein horizontaler benötigt wird.
Bei z.B. Sonnenuntergängen oder stärkerer Bearbeitung
sind diese aber durchaus auch nützlich)

 

10

mit dem Werkzeug jetzt einfach in das Bild gehen und einen Verlauf erstellen.
Ich habe ungefähr in der Mitte des Feldes angesetzt und bis in den unteren Teil der Wolken hineingezogen. (von unten nach oben)

Bei gedrückter Shift-Taste während der Mausbewegung
wird der Verlauf exakt horizontal ausgerichtet sein.

Danach sollte es ungefähr so aussehen..
Den Verlauf kann man jetzt solange wiederholen bis einem das Ergebnis zusagt.

Entweder der Übergang von Himmel zu Feld wird größer gewählt...oder kleiner... bei schiefen Horizonten oder unebenen Landschaften kann man den Verlauf auch anpassen..einfach nicht die Shift-Taste drücken..und er kann frei plaziert werden.

 


 

11

Drückt man mit der Maustaste und gedrückter Alt-Taste auf die Maske (also das Rechteckt neben dem Bild) sieht man nur die Maske mit dem Verlauf - ohne das Bild.
Hier kann man dann auch sehen was die Maske bewirkt.

Der untere Teil ist 100% Schwarz - also 100% durchsichtig.
dann kommt ein stetiger Übergang zu Weiß - 100% undurchsichtig.

Man kann hier auch sehen dass ich einen relativ kurzen Verlauf gewählt habe. Wenn man denn will kann man ihn auch vom unteren Bildrand zum oberen Bildrand verlaufen lassen... oder sonstwie... das ist eben Abhängig vom Bild und dem gewünschten Effekt.
Um die Maske wieder auszublenden einfach wieder die Alt-Taste gedrückt halten und auf die Maske klicken. Nun kann man wieder sehen welchen Effekt der angewendete Verlauf hat.

 

Die hier gezeigte Methode ist nur ein Weg um das Ziel zu erreichen. Auch kann man mit dieser Methode, die Verläufe anzuwenden, noch eine Menge mehr Sachen anstellen. Die Möglichkeiten sind wirklich extrem vielfältig und wenn man das Grundprinzip verstanden hat, dann wird man es auch bei anderen Bearbeitungen zu nutzen wissen.

Ich hoffe ich konnte die Methode einfach und genau genug darstellen, dass jeder sie nachvollziehen kann.

Tutorial von
Christopher Thielemann

www.fotowelle.de

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